Die Eierpredigt

Der Pfarrer bei der Eierpredigt

Die Eierpredig ist eine Art Schnitzelbank, die am Schluss der Veranstaltung durch den Eierpfarrer von der Kanzel herab verkündet wird. Dabei werden vorallem die Gemeinderäte kräftig in die Pfanne gehauen. Stiche und Seitenhiebe gehen aber auch an Mitbürger vom Dorf, die keineswegs mit Samthandschuhen angefasst werden. In zwei Jahren fallen jeweils genug Ereignisse an, die Stoff bieten für eine scharfzüngige Rede

Hier einige Auszüge:

Eierpredig 1958

S lit mängisch ame Blätzli Land
Wo me cha gniepig si unerchant
Eso zum Bispiel d Räbstockwirti
Die het in ihrem Chopf e Härti
Si brucht das Land sälber tuet me vernäh
S`set druf e Serviertochterepflanzig gäh
Sie muess fascht täglich en neui ha
Drum pflanzet se si sälber a


Eierpredig 1994

D'Wält wird hüt afe i Allem grosszügig und modärn,

Niemer het zwar Gält, doch gar Vill wird mondän.

So hämmer s'letscht Jahr müesse ghöre,

Au der Effiger Bahnhof tüeg d'Bundesfinanze schtöhre.

Es fahre vill z'wenig Lüüt mit der SBB,

Au de Brändli vo Elfige gsehsch niene meh.

Drumm wird jetz de Bahnhof für immer gschlosse,

Das heige si z'Bärn anere Sitzig bschlosse.

Und wenns au emal chlöpft, bi der Bahn tüendsi schpahre,

Derfür mit öppe füfzg Postauto über de Bözbärg fahre.

Sogar über Zeihe uf Herznach chönn me wenn me well,

Nume cha mer öpper säge, was i det äne sell?

 

Der Postdiräktion wett i da no säge,

Es esch mer scho lang uf em Mage gläge,

Die Schofföre tüend nämmli, ohne vill z'schtudiere,

Eusi guet Effiger-Luft uf Frick abe füehre!

Und nachhär bringesi, s'git dene gar nüt z'tue,

Die schlächt Luft vo Frick wider unden ue!

Ja, bim Reise und Wandere passiere ame so Sache,

Me cha mängisch fascht nümm drüber lache.

Au d'Bözer Turner het de Wahnsinn packt,

Die mache us der Uffahrtswanderig en Vandalen-Akt.

Die erscht bescht Jägerhütte wo dene i d'Queri chunnt,

Risse si eifach ab, bis uf de Grund.

Denn händs no welle es paar Bäum abhaue,

Und tüend im Widmer sin Motormäiher chlaue.

Leider esch das Grät für so öppis ächli z'schwach,

Und so liits halt z'letscht im Tobel unde flach.

Z'Uetlete i der Sunne artets denn no meh us, das Ganze,

Det risse si sech gägesiitig d'Chleider vom Ranze.

Zu Gueterletscht tüends enand no ine Bougruebe gheie,

Und im chline Schmitz müends de Grind lah vernäihe.

Wo si denn wieder nüechter gsi sind händsi gmerkt, dieRueche,

Mit em Gält für d'Buesse hättesi chönne e Flugreis bueche!



Eierpredig 2000

"Du Tubel, du Luusbueb, du Oberblödmaa!"

De Zivilschutz het wieder emal en Uebig gha.

So händs enand usteilt, s'esch unerhört,

I ha bald s'Gfüehl, die Organisation seig gstöhrt.

Agfange hets am Morge, normal und ohni Chlage,

Me hät selle a paar Orte ga Näschter zämenagle.

Aber scho im erschte Hus gits es Gläsli Wy,

Klar seit me ned nei, und esch grad derbi.

Die abgmachte Termin sind nümm relevant,

Mer chöme ächli spöter, mer händ's ned pressant.

Wo de Chef die erschte Reklamatione überchunnt,

Wirds sogar im General langsam z'bunt.

Am Hauptverläse het er drumm sini Lüt kritisiert,

Und prompt e Returkutsche ikassiert.

Min Rat, zum Abhälfe bi settige Flause,

No weniger schaffe und derfür no meh Pause!

 

Da hani letschthi uf es Bier welle no gschwind,

Chum machi d'Tür uf, gheit mer d'Decki uf de grind!

S'sig halt es alts Huus, meint s'Getti ganz verläge,

Und butzt es paar Trümmer ab der Stäge.

Au de Hans stimmt i de Truurgsang i,

Zum renoviere sig s'Ikomme bim wirte vil z'chli!

Ja die zwöi chöne eim richtig duure,

Si jammere bald besser weder d'Buure.

Aber logisch, weme zwöimal im Jahr tuet i d'Ferie fahre,

Chame ned äno für e Lüftig im Spunte spahre!

D'Effiger Luft esch e suberi und gsundi Sach,

Drumm het bi eus Mänge sini vier Wänd mit Dach!

Dass aber die Luft au cha heilend würke,

Tüend jetz langsam au d'Bözer merke.

Drumm händs eus wieder eine zum kuriere gschickt,

De chli Fischer, s'känne glaub all das komisch Subjekt.

Tatsächli laht d'Würkig ned lang uf sich warte,

Tuet de doch grad e chlini Computerkarriere starte.

Zu allem häre, i glaube de het de Tüfel gritte,

Het er änograd sini lange Fäde abgschnitte.

Das Bischpill zeigt dütli, dass uf dere Aerde,

Z'Effige sogar useme Bözer en Mänsch cha wärde!

 

S'letscht Jahr hani durs Dorf en Spaziergang gmacht,

Uf einisch het mi bis Webers e Nixe aglacht.

Es Fotomodäll tuet det i der Badwanne mit sine Reize locke,

Mich trifft fasch de Schlag, i ha müesse ächli häre hocke.

Und woni so luege wie die Fee posiert uf em Badwannerand,

Da truckt mer de Beni plötzli es chüels Bier i d'Hand.

Heja, gopferdeckel, jetz erscht hets mer gschalte,

Da wird ja d'Eröffnig vom Beni sim Gschäft abghalte.

Er gsähnd, so tuet me hüt um d'Chundschaft wärbe,

Wenn das so witergaht, chas ja no heiter wärde!



Eierpredig 2002

S'Neuste esch aber, mit eme Stäcke i jedere Hand,

Marschiere die Fraue jetz über Land.

I verzelle ken Seich, i has sälber gseh,

Si laufe mit Stäcke, derbi hets ke Schnee !

Au hets ke Iis und ke gföhrlechi Stelle,

S'sig nötig für d'Fitness, so tüend si verzelle.

Das isch de Bewiis, das d'Fraue ebe,

Am liebschte tüend amene Stäcke hebe.

 

Fahrsch dur Böze, so wird dis Tämpo gmässe,

Numme sett me s'Istelle vo dem Grät ned vergässe.

Aber da derzue bruchts halt es Hirni im Chopf,

Au de wo die Mässig verlangt het, esch en hirnlose Tropf.

Oh, Aebersold gang doch wieder uf Kanada,

Und tue eus mit dim Tic in Friede lah !

Doch hani zwar usegfunde bi dem Experimänt,

I ha mis Vehikel no zwenig guet kännt.

De Tacho gaht nämmli hindedri bi dem Chare,

Jetzt chani also no 5 bis 10 schnäller fahre.

Das zeigt doch tütli und i säges barsch,

Wo anderi de Chopf händ, händ d'Bözer der Arsch !

Regiere tuet z'Bärn obe no mänge Gloon,

Und trotzdem simmer nonig i der Eurunion.

Drum müend d'Vierzgtönner uf ehrne lange Fahrte,

Be eus halt immer no brav a der Gränze warte,

Doch einisch bini rächt verschrocke im letschte Jahr,

Woni gägen Abe dur de Bözbärgtunnel fahr,

Da kurft es grauehaft vollpackts Fahrzüg vormer här,

I würd schätze öppe 50, 60 Tonne schwer.

Z'Effige tuet das Fueder uf einisch blinke,

Will voredra d'Polizei mit em Chelle tuet winke.

Sächshundertachzg Stutz het das Uebergwicht g'choscht,

Wädi, schick doch din Grümpel s'nächscht mal mit der Poscht !



Eierpredigt 2016

Front pose, Latissimus, turn left and turn right,

De Marco het bim Bodybuilding z‘ Basel verseit !

Was lauft met dem Typ nor so verchehrt,

Het de öppe bim Husner onde glehrt !

Er stoht uf de Bühni, ganz brun und ganz breit,

Dass das ned guet usgseht, het ehm niemer gseit !

Vom Feste ond Trinke will er grad gar nüt meh wüsse,

Derför tuet er ganz gärn sini Oberärm küsse !

Oisi Zitige wüsse ja nöm, was si selle brichte,

Dorom bringe si mitlerwiile halt derigi Gschichte.

Luut dene esch er schuelisch und im Bruef engagiert,

Im wahre Läbe esch aber ganz öppis anders passiert !

Met sim gliiste BMW, do gsehsch ehn proletehaft fahre,

Brueflich stoht er hende ufem Gösel-Pfister sim Chare !

 

 

 

gaga di ogaga gaga di ogaga

gaga di bumbalo bumbalo gadjamen

gaga di bling blong

gaga di blung

 

Jetzt glaubed ehr sicher, i seig nümm ganz dicht,

Debii esch das doch nur es dadaistisches Gedicht !

Dadaismus het hüür Geburtstag, und zwar en Runde,

Vor genau 100 Jahr händ‘ s nämli de Schissdräck erfunde.

Mit verständlicher Sprach het das nümm vil z‘ tue,

Me chönt meine, me losi emene Bözer zue.

Aber au hützetag esch de Sprachverluscht wider enorm,

I dänke da mit Schrecke a die nächschti Schuelreform !

Verliebt, verlobt, denn d‘ Hochsetsnacht,

De Joni het e Wittnaueri schwanger gmacht.

Stolz isch er uf sin glungne Paarigsversuech,

Und belohnt sich mit eme usgebige Turnfeschtbsuech.

„Los Schatz, zwe Woche vorem Termin chames riskiere“,

Seit er zu de Chrige und gaht as Turnfescht go biere.

Wo i de Bar sis Handy lütet, wird er ganz bleich,

D’ Wehe händ igsetzt – usgrächnet jetzt – sonen Seich!

Es paar Stund spöter isch das Chind entbunde,

Und em Vater sin Pegel au weder dunde.

Und so isch d‘ Sophie z‘ friede und still,

Wenn de Papi si ahucht mit es paar Promill !

Git’s eigentlech vo euch no öpper, wo in Bäre gaht,

Sit bim Fuchs obe de Güggeliwaage staht ?

Det gsehsch Hüener – e ganzi Schwetti,

Im Bäre gsehsch halt nume s‘ Getty.

Im Waage tüend d‘ Hüener am Spiess rotiere,

S‘ Huen im Bäre rotiert bim Serviere !

 

Z‘ Effige get‘s es Domizil und in der Tat,

Finde das e paar Jungi doch echli fad !

Si gönd lieber dur s‘ Dorf go froge ond lüüte,

Ob ehne ächt öpper chönnt Alufolie abüüte.

Si rauche Droge ond tüend Lachgas inhaliere,

Das wörd de Junge vom TV gar nie passiere !

De Tristan, de Michel und au de schön Dario,

Lönd meischtens es Bierli ned halbvoll loh stoh.

Nachem Chlaushock chönd die eres Gliichgwecht nöm halte,

Und so gönds hei ond tüend det s‘ WC neu gschtalte !