Die Masken und Kostüme des Eierlesets

Die Masken und Kostüme werden schon Monate im Voraus wieder hergerichtet. Jeweils am Dienstag und Freitag Abend sitzen die Turner des Turnvereins Effingen zusammen, um gemeinsam die Kostüme wieder herzurichten.

Die Masken und Kostüme wurden seit Generationen beibehalten und werden nach alter Tradition genäht. Somit zählt das Eierleset

Effingen zu den ursprünglichsten Eierleset der Schweiz.

Die Masken werden von den Turnern des Turnvereins verkörpert. Die Zuteilung der Masken wird erst am Freitagabend vor dem Eierleset durch den Maskenchef bekannt gegeben.

Die Masken stellte der berühmte Maskenbildner Hans Schmid aus Wettingen her.



Die Masken und Kostüme sind in die folgenden drei Gruppen gegliedert:

Die Grünen

(Frühling)

 

Läufer

 

Hochsetspäärli

Hüehnermaa

Jasschärtler

Tannästler

Stechpälmer

Die Neutralen

 

 

 

 

Pfarrer

Polizischt

Die Dürren

(Winter)

 

Riiter

 

Straumuni

Hobelsänler

Schnäggehüsler

Alter

Alti



Läufer

Hochsetspäärli


Der Läufer muss 162 Eier auf einer Bahn von 80m einsammeln und in eine Spreuwanne werfen, diese werden anschliessend als „Eiertätsch“ vom Publikum verzehrt. Jedes zehnte ist Farbig, dies darf er dem Publikum verteilen. Die letzten zwei werden traditionellerweise über den Gasthof Glocken geworfen.

Da der Läufer ca. 10 km weit rennen muss, wird jeweils einer der jüngsten Turner ausgewählt. Dieser ist der einzige, der schon im voraus weiss welche Maske er verkörpert, damit er darauf trainieren kann.

Das Hochsetspäärli verkörpert die junge Liebe und die Jungfräulichkeit.

Das Hochsetspäärli wird wie der Läufer von 2 jungen Turnern verkörpert.



Hüehnermaa

Der lebenssprühende Hüehnermaa bietet die jungen, eierlegenden Hennen und ihre Eier auf seinem Eierwagen an. Die gekochten, gefärbten Eier werden vom Hüehnermaa und den Zylindern dem Publikum verteilt.

Den Hühnern zuliebe bleiben sie nur noch beim Einmarsch auf dem Wagen.

Jasschärtler

Der Jasschärtler verkörpert die ewige Spielfreude des Menschen, vielleicht auch gedacht als Trompf Buur, der alle sticht.

In der Hand hat er aufgeblasene Säublootere, diese dienen zur Verteidigung. Am Kostüm werden jeweils die fehlenden französischen Jasskarten komplettiert oder ganz erneuert.

Der spritzige Jasskärtler wird von einem guten Turner dargestellt der auch einmal eine akrobatische Einlage machen kann.



Tannästler

Der Tannästler, der einzige Baum der auch im Winter grün bleibt, symbolisiert den grünen Frühling. In seiner Hand hält er eine Flinte und einen erlegten Hasen. Sein Freund ist der Stechpälmer. Die Tannäste werden gebündelt und anschliessend von Hand angenäht.

Der Hase wird fachmännisch erlegt, geschlachtet und ausgenommen.

Der Tannästler ist eines der schwersten Kostüme und wird von einem starken Turner verkörpert.

Stechpälmer

 Der Stechpälmer, ist der einzige Strauch, den auch der kälteste Winter nicht zum Absterben bringt. Auch er symbolisiert, wie der Tannästler, den grünen Frühling.

Dem Stechpälmer will niemand gerne zu nahekommen. Auch der Turner der diese Maske verkörpert bekommt die spitzen Stacheln der Stechpalmen zu spüren.

Diese werden wie die Tannäste gebündelt und angenäht.



Polizischt

Der Polizischt ist die ordende und Wunden heilende Macht, die den Kampf zwischen den Naturgewalten zu mildern sucht.

Er hat in seiner Tasche immer Nadel und Faden dabei, um notfalls kaputte Kostüme zu reparieren.

Pfarrer

Der Pfarrer ist der Vertreter der Moral. Er eröffnet den Kampf mit den Worten: „Nun will ich euch an eure Pflichten mahnen und schicke euch auf eure Bahnen. Los!“

Am Ende des Kampfes hält der Pfarrer auf der Kanzel die Eierpredigt. Er rügt die Dorfmissetaten und lobt die Wohltaten. Mittlerweile wurden die Grenzen gesprengt und die Sprüche betreffen heute auch weltweites Geschehen.



Riiter

Der Riiter muss die Dorfgrenze abreiten während der Läufer die Eier einsammelt. Er muss in einem Dorf seiner Wahl einen Umtrunk zu sich nehmen.

Er reitet aus dem Dorf heraus und symbolisiert so den Winter, den man im Dorf nicht mehr haben will.

Der Riiter wurde als einzige Maske schon von Frauen dargestellt.

Straumuni

Der Straumuni, der mit leergedroschenem Stroh vollgestopfte Erdklotz, symbolisiert den dürren, trägen Winter.

Der Straumuni wird kurz vor Beginn des Eierlesets gestopft und zugenäht.

In ihn wird ein kräftiger Turner ohne Platzangst gesteckt.



Hobelspänler

Der Hobelspänler ist von oben bis unten mit lockigen, dürren Hobelspänen bedeckt.

Er ist eine der aufwändigsten Masken des Eierlesets.

Die Späne werden von Hand gehobelt, gebündelt und angenäht.

Schnäggehüsler

Der Schnäggehüsler besteht aus lauter leeren Häuschen in denen schon lange keine lebenden Schnecken mehr Wohnen. Er symbolisiert den leblosen Winter. In seiner Hand hält er, wie der Jasschärtler, aufgeblasene Säublootere.

Der Schnäggehüsler ist die einzige Maske, die während des Kampfes geschont wird. Der Aufwand wäre ansonsten viel zu gross alle Häuschen wieder zu ersetzen.



Alter

Alti


Der Alte und die Alte sind zwei Kreaturen, die zuweilen einen lebensmüden und kraftlosen Eindruck machen, dass sie jedoch lebhaft in den Kampf eingreifen, ist nur als ein letztes Auflehnen gegen die fortschreitende Zeit zu betrachten.

Die Alte verrührt in ihrer Pfanne gerne ein rohes Ei. Früher wurden mit dieser Masse, junge Frauen und boshafter Weise alte Jungfern bestrichen um damit ihre Fruchtbarkeit zu stärken. Heute wird dies, den schönen Kleidern zuliebe, nicht mehr gemacht.